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Elefanten nun endlich ohne Ketten
Nach fast 40 Jahren nächtlichen Ankettens konnten die Elefanten im Zoo Krefeld jetzt endlich "befreit" werden. Die Gefahr, dass sie sich gegenseitig verletzen oder in den Absperrgraben stoßen, ist nun endlich vorbei.
Nur wenn Handwerker im Haus arbeiten oder die Gefahr besteht, dass sie sich verletzen könnten, müssen sie zeitweise an die Ketten. Ebenso, wenn ihr neues Gehege nach Schwachstellen untersucht wird. In einigen Wochen werden die beiden Dickhäuter aber ganz ohne Ketten leben.
Das Großtierhaus wurde mit großzügiger Unterstützung durch Förderer des Krefelder Zoos renoviert und grundlegend neu gestaltet. Das THW kümmerte sich um die Bäume und ihre Befestigung, die Firma Dyrup stellte die Wandfarben der Profi-Marke GORI sowie diverse Lasuren und andere Holzanstriche sowie fachkundige Beratung vor Ort.
Nach einem Umbau im Großtierhaus haben die beiden schwergewichtigen Damen jede ihre eigene Box bekommen, in der sie genügend Platz haben, ihrer Artgenossin im Bedarfsfall auszuweichen. So ist das Anketten jetzt nicht mehr erforderlich und sie können sich nicht nur nachts, sondern auch an den langen kalten Wintertagen in den rund 40 Quadratmeter großen Boxen frei bewegen. Der Krefelder Zoo erfüllt mit dieser neuen Haltung jetzt die aktuellen Haltungsrichtlinien nach Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und Bundesamt für Naturschutz (BFN). Allerdings sind Elefanten Herdentiere, deshalb sollten nach neuer Erkenntnis mindestens vier Tiere gehalten werden. Deshalb hat Zootierarzt Dr. Martin Straube, der den Umbau als Kurator betreut hat, darauf geachtet, dass die Veränderungen am Großtierhaus so vorgenommen werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Erweiterung auf vier Boxen möglich ist. Dazu fehlen dem Krefelder Zoo derzeit Platz und Geld.
Die Wände im Elefantengehege wurden mit halben Baumstämmen dekoriert, an denen sich die Tiere zur Fellpflege auch schrubben können. An den Seilen, die zwischen den Boxen und aus zum Zuschauerbereich eingrenzen, können die Elefanten mit ein bisschen Übung auch ihre Fußpflege selbst durchführen. Auch ansonsten gibt es im neuen Gehege viel zu erkunden. „In den nächsten Wochen werden die intelligenten Tiere uns noch zeigen, wo wir nachbessern müssen“ ist Zoochef Dr. Wolfgang Dreßen sicher. „Als erste Aktion hat Rhena mit ihrem starken aber geschickt einsetzbaren Rüssel einen Schekel gelöst, so dass wir Schweißpunkte zur Absicherung dieser Verbindungen aufbringen mussten und an den Stellen, die immer schnell zu öffnen bleiben sollen, eine neue Konstruktion anfordern mussten“, stellt er fest.



